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LiFePO4 oder Lithium-Ionen – welcher Akku hält länger?

Die Zellchemie steht bei fast jedem Angebot in einer Nebenzeile – und entscheidet doch mehr über die Lebensdauer als jede andere Angabe. Was die 18 Stationen in diesem Vergleich dazu hergeben.

Von den 18 Stationen im Vergleich arbeiten 15 mit LiFePO4 und 2 mit Lithium-Ionen. Bei einem Gerät nennt der Hersteller die Chemie gar nicht.

Der Unterschied in einem Satz

Ein Ladezyklus ist eine volle Ladung – zweimal halb leerfahren und wieder auffüllen zählt als einer. LiFePO4 (Lithium-Eisenphosphat) hält typisch rund 3.000 Ladezyklen durch, bis die Restkapazität auf etwa 80 Prozent gefallen ist. Bei klassischen Lithium-Ionen-Zellen (NMC) sind eher rund 500 Zyklen die Größenordnung. Das ist allgemeines Fachwissen zur Zellchemie, kein Messwert dieses Vergleichs.

Der Faktor dazwischen ist der Grund, warum diese eine Nebenzeile im Datenblatt so schwer wiegt: Zwei Stationen mit gleicher Kapazität und gleichem Preis können sich in der nutzbaren Lebensdauer um ein Vielfaches unterscheiden.

Deshalb zählt der Akkutyp bei uns 20 von 100 Punkten. Er ist die einzige Komponente unserer Wertung, die über das ganze Feld normiert wird statt nur innerhalb der Größenklasse – denn eine kleine Station altert nach denselben Regeln wie eine große. Wie die Wertung im Ganzen aufgebaut ist, steht in Wie wir bewerten.

Was dieser Vergleich hergibt

Eine Zyklenzahl nennen längst nicht alle Hersteller. Belegt ist sie bei 9 von 18 Geräten – und die Angaben reichen von 3.000 bis 4.000 Zyklen. Alle 9 sind LiFePO4-Geräte.

GerätAkkutypLadezyklenKlasse
AFERIY 1800WLiFePO44.000300–1.200 Wh
AFERIY 2800WLiFePO44.000ab 1.200 Wh
Dyness 2400WLiFePO44.000ab 1.200 Wh
Jackery E2000 v2LiFePO44.000ab 1.200 Wh
FOSSiBOT F2400LiFePO43.500ab 1.200 Wh
OUPES Exodus 2400LiFePO43.500ab 1.200 Wh
EcoFlow Delta 2LiFePO43.000300–1.200 Wh
EcoFlow RIVER 2LiFePO43.000bis 300 Wh
VTOMAN Jump 2200LiFePO43.000ab 1.200 Wh

Dass kein Lithium-Ionen-Gerät in dieser Tabelle steht, ist keine Messung, sondern eine Beobachtung über die Angebote: Wer eine hohe Zyklenzahl hat, schreibt sie hin. Ihr Fehlen sagt umgekehrt nichts über den Akku aus – nur etwas über den Verkäufertext. Genau deshalb bewerten wir den Akkutyp und nicht die beworbene Zyklenzahl.

Ehrlich bleiben: was für Lithium-Ionen spricht

Lithium-Ionen ist nicht einfach die schlechtere Chemie. Sie baut in der Regel leichter – mehr Wattstunden je Kilogramm – und ist in kleinen Baugrößen oft billiger herzustellen. Genau deshalb steckt sie in Handys und Notebooks und nicht LiFePO4.

In unseren Daten sieht das so aus: Die 15 LiFePO4-Stationen kommen im Median auf 88,4 Wh je Kilogramm (aus 14 Geräten mit belegtem Gewicht) und 0,536 € je Wattstunde. Die beiden Lithium-Ionen-Geräte einzeln:

Lithium-Ionen-GerätKapazitätGewichtEnergiedichtePreis je Wh
Jackery Explorer 240240 Wh3,0 kg80,0 Wh/kg0,634 €/Wh
SBAOH 600W538,7 Wh4,5 kg119,7 Wh/kg0,371 €/Wh

Und schon hier gehen die beiden auseinander: SBAOH 600W liegt mit 119,7 Wh/kg darüber, Jackery Explorer 240 mit 80,0 Wh/kg darunter. Beim Preis je Wattstunde dasselbe Bild: SBAOH 600W ist mit 0,371 €/Wh deutlich günstiger, Jackery Explorer 240 mit 0,634 €/Wh sogar teurer als der LiFePO4-Median.

Zwei Geräte sind keine Grundlage für eine Verallgemeinerung. Wir bilden aus dieser Gruppe deshalb bewusst keinen Median und leiten daraus keine Regel ab. Beide Geräte sind obendrein klein (240 Wh und 538,7 Wh) – ein Vergleich gegen ein Feld, das bis 2.232 Wh reicht, misst zum Teil die Baugröße und nicht die Zellchemie. Was hier steht, sind zwei Einzelwerte – kein Beleg.

Wann welcher Typ reicht

Die Zyklenzahl wird erst zur Frage, wenn man sie auch verbraucht. Rechnen Sie grob nach, wie oft die Station im Jahr voll wird:

  • Zweimal im Jahr für den Urlaub, dazwischen im Schrank: Bei 10 bis 20 vollen Ladungen im Jahr sind 500 Zyklen rechnerisch Jahrzehnte entfernt. Hier entscheidet nicht die Chemie, sondern die kalendarische Alterung – und die trifft beide Typen.
  • Jedes Wochenende am Wohnmobil oder im Schrebergarten: Rund 50 Zyklen im Jahr. 500 Zyklen sind nach etwa zehn Jahren erreicht, 3.000 praktisch nie.
  • Wöchentlich oder täglich zyklisiert – als Puffer für eine Balkonanlage, im Dauerbetrieb im Bus, als Werkstattstrom: Hier sind 500 Zyklen in wenigen Jahren aufgebraucht. In diesem Einsatz ist LiFePO4 keine Vorliebe, sondern die Voraussetzung.

Kurz: Je häufiger die Station wirklich leer wird, desto mehr ist der Aufpreis für LiFePO4 wert. Wer sie zweimal im Jahr lädt, kauft mit dem Akkutyp vor allem Reserve.

Der Fall SinKeu 150W

Bei diesem Gerät nennt der Hersteller die Zellchemie an keiner Stelle – weder im Titel noch in der Beschreibung noch in der Attributtabelle. Wir tragen dort keine Angabe ein und setzen keinen Schätzwert.

Das ist eine Aussage über das Angebot, keine über das Produkt. Der Akku kann LiFePO4 sein oder Lithium-Ionen; wir wissen es nicht, und wer es wissen will, muss beim Hersteller nachfragen. In der Wertung fällt die Komponente Akkutyp bei diesem Gerät deshalb ersatzlos weg – die übrigen Komponenten zählen dafür anteilig mehr. Eine geschätzte Zahl sähe in einer Tabelle genauso aus wie eine belegte, und genau das wollen wir nicht.

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